Dienstag, 2. Dezember 2014

Chronik des Wahnsinns Teil 1


Das "Projekt Rana" ist nun schon fünf Jahre alt. Manchmal fällt es mir schwer, das zu glauben - es ist schon schlimm, wie schnell die Zeit vergeht, und wie alt man sich an schlechten Tagen bei solchen Gedanken fühlt. Die eigentlichen Anfänge liegen allerdings noch weiter zurück (da fühlt man sich gleich noch älter...).

Mein Weg zur Schreiberei deckt sich wohl mit dem der meisten Autoren. Schon in der Schulzeit - der ich ansonsten nicht viel abgewinnen konnte - war alles, was mit Geschichten zu tun hatte, ein Highlight für mich. Wenn die Hausaufgabe im Schreiben einer Geschichte bestand, und meine Mitstreiter die Augen verdrehten, war für mich der Nachmittag gerettet.
Und so gehörte das Vorlesen des "Werks" am nächsten Tag zu den seltenen Gelegenheiten, an denen ich es für nötig hielt, mich im Unterricht verbal zu äußern. In anderen Fächern war ich eher wortkarg...
Aber meine Ausbrüche wurden meistens positiv aufgenommen, und so kam ich bald auf die Idee, wenn nach unseren Berufswünschen gefragt wurde, ein wichtigtuerisches "Lektorin" in den Raum zu werfen. Damals hatte ich natürlich noch keine Ahnung, was das überhaupt für ein Beruf ist - ich wusste nur, dass es mit Büchern zu tun hatte. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, "Autorin" zu sagen. Das war irgendwie unvorstellbar. Gehörte sich nicht, in einer trockenen und realitätsbewussten Beamtenfamilie. 

Rückblickend finde ich das bezeichnend. Ich wollte zwar etwas mit Büchern machen, aber es musste greifbar sein. Nur nicht zu hoch angesetzt. Im Prinzip habe ich schon damals um den heißen Brei gequatscht, und das sollte noch lange so weiter gehen. Das Berufsziel des Autors hat etwas Ungreifbares an sich, etwas Schwammiges, etwas Arrogantes. Es fühlte sich anmaßend an, so etwas ins Auge zu fassen. Nur die auserwählten schaffen das. 

Toll. Darauf, dass man erwählt wird, (von wem oder was auch immer) kann man lange warten. Es wird nie passieren. Wenn man selbst nicht den ersten Schritt macht, wartet man ein ganzes Leben. Irgendwann muss man sich zu seiner eigenen Arroganz bekennen und den Versuch starten. Auf Teufel komm' raus.


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